Behavioral Finance


Behavioral Finance - was ist das überhaupt?
Fast jeder hat schon von Behavioral Finance gehört, doch nicht jeder weiß genau, welche Grundgedanken und ernsthaften Kritikpunkte sich dahinter verbergen. Es ist nicht zwingend notwendig, sich durch teure Grundlagenwerke und gähnend langweilige wissenschaftliche Literatur zu quälen! Im Netz gibt es zahlreiche, frei verfügbare Kursmaterialien, Artikelserien, Interviews, Vorträge, usw., die unterhaltsam und informativ zugleich sind. Auf dieser Seite habe ich einen kleinen Einführungskurs mit persönlich ausgewählten Materialien zusammengestellt, der die wichtigsten Grundlagen vermittelt und zur weiteren Beschäftigung mit der Thematik anregen soll!
Der Kurs im Überblick:
1. Warum bin ich hier? Eine kurze Einführung
2. Die Börse, ein Trekkies-Treffen: Standard-Finance
3. Reunifying Psychology & Economics: Prospect Theory
4. The End of Reason: Heuristiken und kognitive Verzerrungen
5. Sentio ergo sum: Emotionen und Happiness
6. Sometimes, people just need a little nudge: Entscheidungen
7. Genug ist noch zu wenig: Fairness und Gier
8. Mathe ist ein Arschloch: Risiko-Management und Prognosen
9. Your Money & Your Brain: Neurofinance

1. Warum bin ich hier? Eine kurze Einführung

Warum? - das ist die zentrale Frage, deren Beantwortung im Fokus der Behavioral Finance-Forschung steht. Warum machen Investoren immer wieder dieselben Fehler? Warum verhalten sich die Börsianer wie Lemminge? Noch mehr Infos zum ‚Warum?‘ gibt diese kurze Einführung.

2. Die Börse, ein Trekkies-Treffen: Standard-Finance

Die Mainstream-Ökonomie, deren Modelle und Theorien auf den Annahmen der Neoklassik basieren, sehen den Menschen also Homo Oeconomicus, gekennzeichnet durch unbegrenzte Rationalität, uneingeschränkte Willens-
kraft und eine stetige Fokussierung auf Gewinnmaximierung. Emotionen sind beherrschbar. Wer verkörpert dieses Bild besser als Mr. Spock? Aber wenn die Menschen an der Börse alle Vulkanier sind, was ist dann die Börse? Ein Trekkie-Treffen? Die Vorstellung von effizienten Finanzmärkten mit rationalen Teilnehmern birgt so einige Rätsel, die in diesem Modul erfasst werden.


3. Reunifying Psychology & Economics: Prospect Theory

Human-, Sozial- oder doch Natur-
wissenschaft? Um was handelt es sich bitteschön bei der Ökonomie? Die Antwort ist einfach: Eine Humanwissenschaft, die sich selbst lieber als Naturwissenschaft sieht und dabei das Wesentliche aus den Augen verloren hat: Den Menschen! In den Anfängen um Adam Smith wurden noch Erkenntnisse aus anderen Disziplinen wie der Psychologie oder Soziologie in Relation zu den eigenen Theorien setzte. Mit der Zeit wandelte sich dies jedoch hin zu einer naturwissenschaftlichen Glorifizierung, in deren Verlauf formale Modelle wurden entwickelt, die ein unrealistisches Bild der Wirklichkeit zeichneten. Erst im Jahr 1979, als Daniel Kahneman und Amos Tversky ihre berühmte Prospect Theory veröffentlichten, wurde der Mensch wieder zu einem realen Wesen.

4. The End of Reason: Heuristiken und kognitive Verzerrungen

Die Prospect Theory hat eine der wichtigsten Heuristiken und Anomalien offen gelegt, die den Homo Oeconomicus Lügen strafen. Seit 1979 sind viele weitere verhaltenswissenschaftliche Erkenntnisse hinzugekommen und haben ein Bild des Menschen gezeichnet, welches mehr an Homer Simpson erinnert, als an rationale Entscheider. "Es handelt sich um Emotionen einer ganz besonderen Kategorie, die sich wie Computerviren unbemerkt und ungerufen in unser Gehirn einschleichen und von da an den wunderbaren homo oeconomicus bastardisieren."
  • Homer Oeconomicus


  • Dan Ariely im Interview mit Colin Camerer (Arming the Donkey)

5. Sentio, ergo sum: Emotionen und Happiness

Macht Geld wirklich glücklich? Und wenn ja, welche Rolle spielt Glück überhaupt? “Cogito, ergo sum” – „Ich denke, also bin ich“. Hinter diesem bekannten Ausspruch Descartes‘ steht doch Idee, dass der Mensch letztendlich durch seine Fähigkeit zu denken bestimmt ist. Doch wer denkt eigentlich? Mein Gehirn oder Ich? Kann der Mensch überhaupt rational denken und handeln oder spielen hier andere Einflüsse wie Emotionen eine Rolle?
TED-Talk von Daniel Kahneman zum Thema: The riddle of experience vs. memory


Daniel Kahneman über Happiness Economics


Zum Einlesen:
6-teilige Serie über Emotionen von Meir Statman

Ich fühle, also bin ich – 3-teilige Serie über Emotionen (Spiegel Online)
Economics of Happiness – ein neues Paradigma für die Finanzpolitik?


6. Sometimes, people just need a little nudge: Entscheidungen

Es ist der berühmt-berüchtigte „Schubser“ in die richtige Richtung, von Richard Thaler und Cass Sunstein etwas prominenter als „Nudge“ bezeichnet, der uns bei solchen Entscheidungen unterstützt, die wir allein nicht korrekt treffen zu können scheinen. Obwohl wir ganz genau wissen, dass wir es sollten. Morgen!… oder Übermorgen… Die Beispiele hierfür sind unzählig: Essgewohnheiten, Altersvorsorge, usw.


7. Genug ist noch zu wenig: Fairness und Gier

Kontroverser könnten zwei Motive nicht sein: auf der einen Seite steht grenzenlos egoistisches Verhalten - die Gier - auf der anderen Seite moralische Verpflichtungen hin zu reziprokem Verhalten - besser bekannt als Fairness! Teamplayer vs. Einzelkämpfer. Doch wie wirken diese Motive auf unsere Entscheidungen? Wodurch werden sie beeinflusst? Und vor allem: Welche Motivation bestimmt das Verhalten von Investoren? Nur Gier? Der Homo Oeconomicus als Standardmodell schreibt es schließlich so vor. Verhaltensforscher sagen jedoch etwas anderes!

8. Mathe ist ein Arschloch: Risiko-Management und Prognosen


9. Your Money & Your Brain: Neurofinance

Was passiert eigentlich in der Blackbox Gehirn, wenn wir finanzielle Entscheidungen treffen? Verändert Geld unsere Wahrnehmung? Entscheiden wir stets bewusst oder lassen wir uns dabei unbewusst von Emotionen leiten? Welchen Effekt hat „Gratis“ auf unsere Entscheidungen? Die Neurofinance geht diesen Fragen nach und liefert dank funktionaler Technik erstaunliche Resultate.

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Über den Blog

Diese Seite richtet sich an all diejenigen, die sich für das Thema Verhaltensökonomie interessieren und den Glauben an den Homo Oeconomicus aufgegeben haben. Der Blog soll Spaß am Aufbrechen der bisherigen Denkweise machen und dabei helfen, auf dem aktuellen Stand der Forschung zu bleiben.

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